Feueralarm in Tokio – Überhitzter iPod bringt U-Bahn zum Stehen

iPod-Alarm im Tokioter Untergrund: Als ein MP3-Player überhitzte, stoppte mitten im Berufsverkehr ein Pendlerzug, weil ein Feuer vermutet wurde. Es ist nicht das erste Mal, dass Apple in Japan Ärger mit heißen iPods bekommt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Hot Pot und einem Hot Pod? Das eine ist ein chinesisches Fondue, schmeckt lecker und ist nahrhaft. Das andere ist ein MP3-Player von Apple, der mitten in der morgendlichen Tokioter Rush-Hour in einer U-Bahn überhitzt, den Zug zum stehen bringt und Hunderten Berufstätigen ein paar Extraminuten Arbeitsweg beschert.

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So zumindest ist es am vergangenen Freitag in Tokios U-Bahn geschehen. Weil Fahrgäste starken Brandgeruch meldeten, wurde der Zug im Stadtteil Setagaya, 17 Kilometer südwestlich von Tokios Zentrum, auf der Strecke angehalten. Bahnmitarbeiter machten sich auf die Suche nach dem vermeintlichen Brandherd und fanden – nichts.
Erst als sich eine Passagierin zu Wort meldete, konnte die Situation aufgeklärt werden. Die Dame erklärte den verdutzten Bahnmitarbeitern, dass es wohl ihr iPod gewesen sein muss, der den Vorfall ausgelöst hat. Der MP3-Player hatte sich während der Fahrt plötzlich stark erhitzt und war schließlich geplatzt. Dabei sei ein brennender Geruch entstanden. Mit acht Minuten Verspätung konnte der Zug seine Fahrt fortsetzen.

Es ist nicht der erste Fall

Über den konkreten Grund für die Überhitzung des fraglichen Players gibt es bislang keine Angaben. Der Vorfall ist allerdings nicht der erste dieser Art, der sich in Japan ereignet hat. Insgesamt berichten die dortigen Behörden von 60 ähnlichen Vorfällen, die sich in den letzten Jahren ereignet haben. In vier Fällen sollen die Besitzer der Geräte dabei leichte Verbrennungen davongetragen haben.

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Apple liegt wegen dieser Meldungen seit Jahren im Streit mit dem japanischen Wirtschaftsministerium. Betroffen sind schwarze und weiße iPod nano der ersten Generation, Geräte also, die noch in einem Kunststoffgehäuse ausgeliefert wurden. Weil offensichtlich der Lithium-Ionen-Akku für die gemeldeten Hitzewallungen der kleinen Geräte verantwortlich war, hatte Apple in Japan zunächst ein Akku-Austauschprogramm für diese Geräte eingerichtet. iPod-nano-Besitzer, die sich bei Apple melden, können bereits seit 2008 einen kostenlosen Wechsel ihres Stromspeichers einfordern.
Diese Maßnahme ging den Behörden aber nicht weit genug. Sie haben den US-Konzern erst vorvergangene Woche dazu verdonnert, auf seiner japanischen Webseite einen “leicht verständlichen” Hinweis zu platzieren, der betroffenen iPod-nano-Kunden erklärt, wie sie an einen neuen Akku kommen und wo sie Beratung bekommen können.

Einer Apple-Stellungnahme zufolge lassen sich alle Vorfälle überhitzter Akkus auf Lieferungen eines einzigen Herstellers zurückverfolgen. Zu der Frage, ob die fraglichen Akkus allerdings ausschließlich in Japan ausgeliefert wurden, oder ob sich ähnliche Vorfälle auch außerhalb des Inselstaates ereignet haben, hat sich der Konzern noch nicht geäußert.

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